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Bericht über die Sommerexkursion 2005 Drucken E-Mail
Bericht über die Sommerexkursion 2005 zum Laacher See und zum Tor des UNESCO-Welterbes Mittelrheintal

Bericht von Prof. Dr. Hans-Dieter Reidenbach

laacherseeAm 11.06.2005 traf sich eine unternehmungslustige, illustre Truppe der ETV in der Zeughausstrasse, an gewohnter Stelle, zum Start für die Sommerexkursion 2005. Da nicht alle Teilnehmer rechtzeitig um 8 Uhr zur Abfahrt erschienen waren – vielleicht war das für einen Samstag morgen für ein paar doch zu früh – verzögerte sich der Reisebeginn ein wenig. Das ist dann meist die Phase, bei der die Planer und Organisatoren solcher Veranstaltungen zum ersten Mal ins Schwitzen kommen und sich fragen, wie die Verspätungen aufgeholt werden sollen.

Es ist halt wie im richtigen Leben auch: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bei passablen Wetterbedingungen führte uns die Fahrt in einem hochmodernen Reisebus dann auf schnellstem Wege in Richtung Eifel. In dieser Gegend dampft eines der reizvollsten Verkehrsmittel Deutschlands, und zwar der traditionsreiche Zug mit dem klangvollen Namen "Vulkan-Express".
Seine Fahrt geht durch eines der landschaftlich schönsten Seitentäler des Rheins, nämlich das Brohltal. Die von Dampf- und Diesellokomotiven mit 1000 PS gezogenen Züge bringen ihre Fahrgäste mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h von Brohl am Rhein nach Engeln in die Eifel. Die Spurbreite hat übrigens das seltene Maß von 1 Meter. Selbst eine „Holzklasse“ hat die Brohltalbahn. Auf unserer Fahrt im Bus ging es zunächst durch Gegenden mit Schiefer-, später Trass- und dann Tuffgestein. Die Fahrtteilnehmer erfuhren vom „Reiseleiter“ Prof. Reidenbach, unterstützt durch das Wissen des ETVlers Herrn Mohr, nicht nur dass Trass- und Tuffgestein vulkanischen Ursprungs sind und es sich dabei um Ablagerungen pyroklastischer Ströme, d. h. mehrere hundert Grad heißer Aschelawinen, handelt, die sich mit großer Geschwindigkeit fortbewegten, wobei der Trass im Brohltal von dem heftigen Ausbruch des Laacher See Vulkanes vor etwa 13.000 Jahren stammt, sondern auch, dass wir diesen einstigen Lavastrom auf unserer Fahrt regelrecht durchquerten – was dank des modernen Straßenbaues völlig problemlos war. Wenn sich aus einem Vulkan die Lava den Weg nach außen sucht, läuft sie als glühende Paste nach unten und erstarrt zu sehr hartem Stein. Dieses Material hat in der Folgezeit nicht nur in vielen Bauten der Römer, die fast 500 Jahre in dieser Gegend waren, Verwendung gefunden, auch große Teile des Kölner Doms sind z.B. aus Tuffstein. Grundlage aller Industriezweige in der Gegend waren bis in unser Jahrhundert die Bodenschätze, die wiederum zum größten Teil ihren Ursprung in der vergangenen und noch andauernden vulkanischen Tätigkeiten haben.

Laacher SeeDas Laacher-See-Gebiet und das Brohltal zählen erdgeschichtlich und vulkanologisch zu den interessantesten Gebieten dieser Erde. Es finden sich an vielen Stellen gute Beispiele für das ca. 400 Millionen Jahre alte devonische Grundgebirge, sowie die Erdalterperioden Tertiär und Quartär. Unsere Fahrt führte ein Stückchen entlang des Weges durch den Vulkanpark entlang des Laacher Sees.
500 000 Jahre lang war das Vulkangebiet der Eifel aktiv. Zuletzt gab es hier in der Gegend vor rund 13 000 Jahren ein wahres Inferno, nämlich den gewaltigsten Vulkanausbruch der jüngeren Erdgeschichte Mitteleuropas. In rund drei Kilometer Tiefe hatte sich eine Magmakammer gebildet, in der sich die heiße Gesteinsschmelze sammelte und in deren oberem Bereich sich leichtflüchtige Gase angereichert hatten. Dadurch verringerte sich die Dichte der Schmelze und deren weiterer Aufstieg wurde erleichtert. Als das Magma schließlich in Kontakt mit dem Grundwasser geriet, öffnete sich unter gewaltigen Wasserdampfexplosionen ein trichterförmiger Schlot.

Mit Überschallgeschwindigkeit wurden Asche, Bimse und sonstiges Gesteinsmaterial in einer bis zu 40 Kilometer hohen Eruptionssäule ausgeschleudert. Das Material prasselte aus der Eruptionswolke und begrub jegliches Leben unter den mächtigen Bimsschichten. Die Bimsmassen überdeckten das umliegende Land mit einer meterhohen Decke. Feinste Ascheteilchen gelangten sogar bis nach Italien und Schweden. Die verheerendsten Auswirkungen bei diesem Ausbruch hatten jedoch die bis zu 600° C heißen Glutlawinen und Ascheströme. Sie schossen mit hohen Geschwindigkeiten übers Land und hinterließen eine karge Mondlandschaft. Die mitgeführten Aschen verfestigten sich schließlich durch den Kontakt mit Wasser zu Tuff. Die Bims- und Ascheeruption des Laacher-See-Vulkans hat wohl nicht länger als 3 Tage angedauert. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Magmakammer entleert und brach ein. Diese eingebrochene Magmakammer (Caldera) bildet heute das Becken des Laacher Sees. Der Vulkantrichter selbst hat sich mit Wasser gefüllt und wird in der Eifel als Maar bezeichnet.

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